Bauglas

Das Bauglas

Das Glas ist ein gestaltloser Körper mit mechanischen Eigenschaften, ähnlich einem Feststoff, der durch die Abkühlung von geschmolzenen Mineral- oder anderen anorganischen Rohmaterialen entsteht, ohne dass seine Bestandteile kristallisieren.

Da es im Raum keine Strukturordnung hat, verhält sich das Glas wie eine Flüssigkeit. Aufgrund seiner Festigkeit und Zerbrechlichkeit ähnelt das Glas einem festen Körper. Der Zustand, in dem sich das Glas als solches befindet (Glaszustand), ist thermodynamisch gesehen ein unbeständiger Zustand (nach einer längeren Zeit kann es zur Kristallisierung der Bestandteile in der Glasmasse kommen, was auf die Dauer zur Verschlechterung der mechanischen Eigenschaften führt).

Die Eigenschaften von Bauglas

Das Glas überträgt die sichtbare Strahlung gut (80-90%), zeichnet sich durch eine hohe Druckfestigkeit und eine niedrige Biege- und Zugfestigkeit aus. Es ist zerbrechlich. Das Glas hat keine bestimmte Schmelztemperatur. Wenn man es aber bei gewissen Temperaturen aufheizt, wird es allmählich weich und geht vom brüchigen in den trennfesten Zustand über mit großer Viskosität bis es endlich flüssig wird.

Die Basiseigenschaften vom Bauglas nach PN-EN 571-1: 2005 sind wie folgt:

  • Dichte bei 18 °C.

Ρ = 2500 kg/m3

  • Härte

6 auf der Mohs’schen Skala

  • Youngs Modul

E = 70 GPa

  • Poisson-Zahl

µ = 0,2

  • spezifische Wärme

c = 720 J /(kg • K)

  • linearer Ausdehnungskoeffizient

Α = 9 • 10-6 K-1

  • thermische Leitfähigkeit

Λ = 1 /(m • K)

  • durchschnittlicher Brechungsindex

n = 1,5

Glassorten

Es gibt 3 Produktionsmethoden von Flachbauglas. Je nach Methode bekommt man folgende Glassorten:

  • Das Floatglas wird im modernsten Floatglasverfahren hergestellt. Das Verfahren besteht darin, dass man geschmolzene Glasmasse auf Zinnlegierung gießt, die sich in einer Floatwanne befindet und in einer Schutzatmosphäre aufgewärmt wird. Auf der Metallfläche unter Einfluss von Anziehungskraft und Oberflächenspannung wird die heiße Glasmasse zu einer Platte mit fast regelmäßigen Ebenen. Scheiben, die nach dieser Methode hergestellt werden, geben eine sehr kleine Bilddeformation zurück. Sie taugen zum Aufdampfen von modifizierenden Schichten. Heutzutage beobachtet man einen deutlichen Vorzug dieses Glases im Wohnungsbau sowie in öffentlichen Einrichtungen.
  • Das gezogene Glas – es ist eine ältere Methode, die darin besteht, dass die sich in der Wanne befindende Glasmasse mit entsprechender Viskosität durch ein Walzensystem gezogen wird. Während das Glas gezogen wird, wird es gleichzeitig abgekühlt und dekomprimiert und die Glasplatte entsteht. Die Hauptschwäche des gezogenen Glases ist eine gewisse Welligkeit und die damit zusammenhängende Bilddeformation. Dieser Fehler verhindert die Anwendung von gezogenem Glas bei der Herstellung von modernen aufgedämpften Scheiben. Vor der Produktion von Verbundglasscheiben hat man überwiegend gezogenes Glas zur Verglasung von Fenstern benutzt. Heutzutage wird es zur Verglasung von industriellen Einrichtungen, Glashäusern usw. benutzt.
  • Das gewalzte Glas – es entsteht, wenn man die Glasmasse durch gegenläufig arbeitende Walzen laufen lässt. Heutzutage wird nach dieser Methode das Stahlglas (mit Metallnetz), gemustertes Ornamentierungs- und Formglas hergestellt.